{"id":10632,"date":"2023-11-01T00:00:00","date_gmt":"2023-10-31T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/november_2023-private_vermoegensverwaltung_oder_gewerbebetrieb\/"},"modified":"2023-12-04T12:54:20","modified_gmt":"2023-12-04T11:54:20","slug":"november_2023-private_vermoegensverwaltung_oder_gewerbebetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/november_2023-private_vermoegensverwaltung_oder_gewerbebetrieb\/","title":{"rendered":"Private Verm\u00f6gensverwaltung oder Gewerbebetrieb"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/wp-content\/uploads\/Private_Vermoegensverwaltung_oder_Gewerbebetrieb_V2_AdobeStock_103671572_gr_w500_h0_q80_jpg.jpg\" \/><\/p>\n<h2>Differenzierung<\/h2>\n<p>Die Differenzierung zwischen einer privaten Verm\u00f6gensverwaltung und einem Gewerbebetrieb erfolgt in der Rechtsprechung nach dem Gesamtbild der Verh\u00e4ltnisse und der allgemeinen Verkehrsanschauung (so z. B. Bundesfinanzhof\/BFH im Urteil vom 25.7.2001, X R 55\/97, BStBl II 2001, 809). Der Gro\u00dfe Senat hat in dem Beschluss vom 10.12.2001 (GrS 1\/98, BStBl II 2002, 291) eine gewerbliche T\u00e4tigkeit dann angenommen, wenn die Ausnutzung substanzieller Verm\u00f6genswerte durch Umschichtung gegen\u00fcber der Nutzung der Verm\u00f6genswerte im Sinne einer Fruchtziehung aus zu erhaltenden Substanzwerten entscheidend in den Vordergrund tritt.<\/p>\n<h2>Ansicht der Finanzverwaltung<\/h2>\n<p>Die Finanzverwaltung sieht im Handel von Wertpapieren grunds\u00e4tzlich keinen Gewerbebetrieb, auch wenn der fortgesetzte An- und Verkauf von Wertpapieren einen erheblichen Umfang annimmt und sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erstreckt, \u201esolange er sich in den gew\u00f6hnlichen Formen, wie sie bei Privatleuten die Regel bilden, abspielt\u201c (H 15.7. Abs. 9 Einkommensteuerrichtlinien\/EStR). Weiter f\u00fchrt die Finanzverwaltung in H 15.7. aus, dass der Rahmen einer privaten Verm\u00f6gensverwaltung unabh\u00e4ngig vom Umfang der Beteiligung \u00fcberschritten wird, wenn die Wertpapiere nicht nur auf eigene Rechnung, sondern untrennbar damit verbunden in erheblichem Umfang auch f\u00fcr fremde Rechnung erworben und wieder ver\u00e4u\u00dfert werden.<\/p>\n<h2>Besonderheiten bei Goldk\u00e4ufen<\/h2>\n<p>Der BFH hat im Urteil vom 19.1.2017 IV R 50\/14 entschieden, dass ein kurzfristiger und h\u00e4ufiger Umschlag des Goldbestands sowie der Einsatz von Fremdkapital Indizien f\u00fcr eine gewerbliche T\u00e4tigkeit sein k\u00f6nnen. Au\u00dferdem h\u00e4lt der BFH die Grunds\u00e4tze des Wertpapierhandels auf den Handel mit physischem Gold f\u00fcr nicht \u00fcbertragbar. Das genannte Urteil verwendet die Finanzverwaltung gerne zur Unterstellung einer Gewerblichkeit bei Goldgesch\u00e4ften gr\u00f6\u00dferen Umfangs. Eine \u00dcbertragbarkeit der Entscheidungsgr\u00fcnde aus dem o. g. Urteil auf An- und Verk\u00e4ufe physischen Goldes durch Einzelpersonen bzw. Privatanleger d\u00fcrfte allerdings schon daran scheitern, dass das Urteil im Zusammenhang mit Goldtransaktionen einer ausl\u00e4ndischen Personengesellschaft ergangen ist, welche einer inl\u00e4ndischen Personengesellschaft gleichgestellt war. Personengesellschaften erzielen origin\u00e4re gewerbliche Eink\u00fcnfte (\u00a7 15 Abs. 3 EStG).<\/p>\n<p class=&quot;hide_creation_date&quot;>Stand: 25. Oktober 2023<\/p>\n<div class=&quot;hide_image_author&quot;>\n<p>Bild: chaylek &#8211; stock.adobe.com<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abgrenzungskriterien zwischen privater und gewerblicher T\u00e4tigkeit<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[73],"tags":[],"class_list":["post-10632","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuernews"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10632"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10632\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10982,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10632\/revisions\/10982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10632"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10632"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}