{"id":11576,"date":"2024-11-01T00:00:00","date_gmt":"2024-10-31T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/november_2024-teilschenkung_kein_privates_veraeusserungsgeschaeft\/"},"modified":"2025-10-01T12:27:52","modified_gmt":"2025-10-01T10:27:52","slug":"november_2024-teilschenkung_kein_privates_veraeusserungsgeschaeft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/november_2024-teilschenkung_kein_privates_veraeusserungsgeschaeft\/","title":{"rendered":"Teilschenkung kein privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/wp-content\/uploads\/Teilschenkung_kein_privates_Veraeusserungsgeschaeft_AdobeStock_583179321_V2_w500_h0_q80_jpg-1.jpg\" \/><\/p>\n<h2>Der Fall<\/h2>\n<p>Ein Steuerpflichtiger hat sein nicht l\u00e4nger als zehn Jahre vermietetes Grundst\u00fcck seiner Tochter \u00fcbertragen. Die Tochter \u00fcbernahm als Gegenleistung die Restschulden. Das Finanzamt nahm einkommensteuerlich ein privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft i. S. von \u00a7 23 Einkommensteuergesetz\/EStG an. Nach dieser Vorschrift unterliegen Gewinne aus Grundst\u00fccksver\u00e4u\u00dferungen der Einkommensteuer, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Ver\u00e4u\u00dferung nicht mehr als zehn Jahre betr\u00e4gt. Das Finanzamt berechnete einen fiktiven Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von rund \u20ac 40.000,00, was eine Steuerlast in H\u00f6he von rund \u20ac 17.000,00 ausl\u00f6ste.<\/p>\n<h2>FG-Urteil<\/h2>\n<p>Das Nieders\u00e4chsische Finanzgericht\/FG sah in der teilentgeltlichen \u00dcbertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge kein steuerpflichtiges privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft. Das FG beschr\u00e4nkte sich in seiner Urteilsbegr\u00fcndung allerdings auf die im Streitfall vorliegende teilentgeltliche \u00dcbertragung unterhalb der historischen Anschaffungskosten. Ein privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft liegt hier schon deshalb nicht vor, weil dem Schenker im Ergebnis gar keine Geldmittel zugeflossen seien. So kam es beim Schenker zu keinem realisierten Wertzuwachs. Der vom Finanzamt berechnete Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn war nur fiktiv ermittelt. Au\u00dferdem w\u00fcrde es zu einer Doppelbelastung mit Schenkungsteuer kommen, wie das Gericht betonte. Das Gericht sah auch keinen Anlass zur Aufteilung der \u00dcbertragung im Wege der vorweggenommenen Erbfolge in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil (Urteil vom 29.5.2024, Az.3 K 36\/24).<\/p>\n<h2>Revision<\/h2>\n<p>Erfreulich w\u00e4re sicher, wenn sich die Erkenntnisse des Nieders\u00e4chsischen Finanzgerichts durchsetzen w\u00fcrden. Aber das letzte Wort hierzu hat der Bundesfinanzhof\/BFH. Das Finanzamt hat Revision eingelegt. Tats\u00e4chlich ist bislang h\u00f6chstrichterlich nicht gekl\u00e4rt, ob bei teilentgeltlichen \u00dcbertragungen durch die Heranziehung von Verkehrswerten auf den Zeitpunkt der \u00dcbertragung lediglich fiktive, aber nicht tats\u00e4chlich realisierte Gewinne steuerpflichtig sind. Das Revisionsverfahren ist unter dem Aktenzeichen IX R 17\/24 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<p class=&quot;hide_creation_date&quot;>Stand: 02. November 2024<\/p>\n<div class=&quot;hide_image_author&quot;>\n<p>Bild: ronstik &#8211; stock.adobe.com<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemischte Schenkung ist nicht als privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft steuerbar<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[73],"tags":[],"class_list":["post-11576","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuernews"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11576"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11576\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12333,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11576\/revisions\/12333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}