{"id":11945,"date":"2025-04-01T00:00:00","date_gmt":"2025-03-31T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/april_2025-saeumnis-_und_verspaetungszuschlaege\/"},"modified":"2026-02-02T09:32:13","modified_gmt":"2026-02-02T08:32:13","slug":"april_2025-saeumnis-_und_verspaetungszuschlaege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/april_2025-saeumnis-_und_verspaetungszuschlaege\/","title":{"rendered":"S\u00e4umnis- und Versp\u00e4tungszuschl\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_1023155858_Saeumnis-_und_Verspaetungszuschlaege_V2_w500_h0_q80_jpg.jpg\" \/><\/p>\n<h2>S\u00e4umniszuschl\u00e4ge<\/h2>\n<p>S\u00e4umniszuschl\u00e4ge werden f\u00e4llig, wenn eine Steuer nicht bis zum Ablauf des F\u00e4lligkeitstages entrichtet worden ist. F\u00fcr jeden angefangenen Monat wird 1 Prozent des r\u00fcckst\u00e4ndigen Steuerbetrages f\u00e4llig. Das entspricht einem Verzugszinssatz von 12 Prozent\/Jahr (\u00a7 240 Abgabenordnung\/AO). Der Bundesfinanzhof\/BFH sah in diesem hohen Zinssatz keine verfassungsrechtlichen Bedenken (Urteil vom 23.8.2023, X R 30\/21 BStBl 2024 II S. 215).<\/p>\n<h2>Versp\u00e4tungszuschl\u00e4ge<\/h2>\n<p>Versp\u00e4tungszuschl\u00e4ge werden f\u00e4llig, wenn Steuererkl\u00e4rungen nicht fristgerecht abgegeben werden (\u00a7 152 AO). Dabei ist zu unterscheiden zwischen F\u00e4llen, in denen das Finanzamt der bzw. dem Steuerpflichtigen eine Abgabefrist innerhalb der gesetzlichen Abgabefrist gesetzt hat, und jenen F\u00e4llen, in denen die Steuererkl\u00e4rung nach Ablauf der gesetzlich vorgegebenen Abgabefrist abgegeben worden ist. Im ersten Fall kann das Finanzamt einen Versp\u00e4tungszuschlag festsetzen (Ermessensentscheidung \u00a7 152 Abs. 1 AO). Im zweiten Fall entsteht der Versp\u00e4tungszuschlag von Gesetzes wegen (\u00a7 152 Abs 2 AO). Die H\u00f6he des Versp\u00e4tungszuschlags betr\u00e4gt f\u00fcr jeden angefangenen Monat der eingetretenen Versp\u00e4tung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens \u20ac 10,00 (\u00a7 152 Abs. 5 AO). F\u00fcr die versp\u00e4tete Abgabe von Steuererkl\u00e4rungen f\u00fcr das Kalenderjahr 2024 entsteht ein Versp\u00e4tungszuschlag von Gesetzes wegen bei Abgabe nach dem 31.7.2025 bzw. in beratenen F\u00e4llen nach dem 30.4.2026 bzw. 30.9.2026. Ausnahmen bestehen bei gew\u00e4hrter Fristverl\u00e4ngerung durch die Finanzbeh\u00f6rden.<\/p>\n<h2>Erlassantrag<\/h2>\n<p>Steuerpflichtige, die ihren Zahltermin unverschuldet, z. B. wegen pl\u00f6tzlicher Erkrankung, vers\u00e4umt haben, k\u00f6nnen gegen erhobene S\u00e4umniszuschl\u00e4ge oder gegen vom Finanzamt festgesetzte Versp\u00e4tungszuschl\u00e4ge (\u00dcberschreiten einer vom Finanzamt festgesetzten Abgabefrist innerhalb der gesetzlichen Abgabefristen) bei dem betreffenden Finanzamt einen Erlassantrag stellen (\u00a7 227-AO). Ein Erlassantrag hat insbesondere in F\u00e4llen Aussicht auf Erfolg, wenn die Einziehung der verh\u00e4ngten Zuschl\u00e4ge im Einzelfall unbillig w\u00e4re. Sind S\u00e4umniszuschl\u00e4ge Gegenstand eines Erlassantrags, muss das Finanzamt in seiner Ermessensentscheidung auch den Aspekt einer bisherigen p\u00fcnktlichen Steuerzahlung mit in die Gesamtbetrachtung einbeziehen. Einen Erlassgrund stellt der Umstand dar, dass der Betreffende bisher immer ein p\u00fcnktlicher Steuerzahler war und ihm im betreffenden Fall ein offenbares Versehen unterlaufen ist (Anwendungserlass zur Abgabenordnung-AEAO zu \u00a7 240 Nr. 5 Buchst. b)). Lehnt die Finanzbeh\u00f6rde den Erlassantrag ab und besteht die Absicht, Rechtsmittel einzulegen, sollte der Erlass eines Abrechnungsbescheids <br \/>(\u00a7 218 Abs. 2 AO) beantragt werden. Gegen diesen kann Einspruch sowie Klage vor dem Finanzgericht erhoben werden.<\/p>\n<p class=&quot;hide_creation_date&quot;>Stand: 26. M\u00e4rz 2025<\/p>\n<div class=&quot;hide_image_author&quot;>\n<p>Bild: magele-picture &#8211; stock.adobe.com<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtsgrundlagen f\u00fcr die Festsetzung von S\u00e4umnis- und Versp\u00e4tungszuschl\u00e4gen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11946,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[73],"tags":[],"class_list":["post-11945","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-steuernews"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11945"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12675,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11945\/revisions\/12675"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}