{"id":9211,"date":"2022-12-28T00:00:00","date_gmt":"2022-12-27T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/januar_2023-alles_rund_um_das_zwangsgeld\/"},"modified":"2023-12-04T12:55:06","modified_gmt":"2023-12-04T11:55:06","slug":"januar_2023-alles_rund_um_das_zwangsgeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/januar_2023-alles_rund_um_das_zwangsgeld\/","title":{"rendered":"Alles rund um das Zwangsgeld"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/wp-content\/uploads\/AdobeStock_175826790_Zwangsgeld_V2_gross_w500_h0_q80_jpg.jpg\" \/><\/p>\n<p>Das Zwangsgeld ist das h\u00e4ufigste Zwangsmittel des Finanzamtes. Sinn und Zweck ist ein in die Zukunft wirkendes Beugemittel. Es soll nicht in der Vergangenheit begangenes Unrecht s\u00fchnen.<\/p>\n<h2>Voraussetzungen<\/h2>\n<p>Notwendig ist ein vollstreckbarer Verwaltungsakt. Zwangsmittel m\u00fcssen schriftlich unter Setzung einer angemessenen Frist zur Erf\u00fcllung der Verpflichtung (Vornahme einer Handlung, Duldung oder Unterlassung) angedroht werden. Die Finanzbeh\u00f6rde muss sich unter Ber\u00fccksichtigung des Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatzes f\u00fcr eines der drei m\u00f6glichen Zwangsmittel (Zwangsgeld, Ersatzvornahme, unmittelbarer Zwang) entscheiden. Das hei\u00dft, die Finanzbeh\u00f6rde darf nur dasjenige Zwangsmittel bestimmen, durch das der Verpflichtete und die Allgemeinheit am wenigsten beeintr\u00e4chtigt werden. Das Zwangsgeld ist in bestimmter H\u00f6he anzudrohen. Die Auswahl und die Festlegung der H\u00f6he des Zwangsgeldes stehen im Ermessen der Finanzbeh\u00f6rde. Die maximale H\u00f6he betr\u00e4gt \u20ac 25.000,00 Bei erstmaliger Androhung ist der H\u00f6chstsatz regelm\u00e4\u00dfig die Ausnahme und bedarf im Rahmen des Ermessens einer besonderen Begr\u00fcndung.<\/p>\n<h2>Festsetzung<\/h2>\n<p>Sofern die in der Androhung zugrundeliegende Verpflichtung innerhalb der gesetzten Frist nicht erf\u00fcllt wird, setzt die Finanzbeh\u00f6rde das Zwangsgeld fest. Dies ist formfrei m\u00f6glich, erfolgt aber im Regelfall schriftlich. Die Finanzbeh\u00f6rde hat ein Entschlie\u00dfungsermessen, darf jedoch formularm\u00e4\u00dfig auf die Androhung Bezug nehmen. Es darf nur das Zwangsmittel festgesetzt werden, das angedroht wurde. Jedoch darf ein geringeres Zwangsgeld festgesetzt werden. Fehlt die Frist oder die Androhung oder ist die Frist zu kurz, so ist die Androhung rechtsunwirksam und daher die Festsetzung rechtswidrig. F\u00fcr die Androhung und Festsetzung gelten die allgemeinen Regeln \u00fcber die Bekanntgabe, sodass der Zugang beim steuerlichen Vertreter f\u00fcr Fristen und Rechtsmittel entscheidend ist.<\/p>\n<h2>Beendigung des Zwangsmittelverfahrens<\/h2>\n<p>\u00a7 335 AO bestimmt, dass der weitere Vollzug des Zwangsverfahrens einzustellen ist, sobald die Verpflichtung erf\u00fcllt wird. Das Zwangsgeld muss somit \u2013 trotz Androhung und Festsetzung \u2013 nicht gezahlt werden, wenn die zugrundeliegende Verpflichtung erf\u00fcllt wurde. Bereits gezahltes Zwangsgeld wird jedoch nicht zur\u00fcckerstattet.<\/p>\n<h2>Rechtsmittel<\/h2>\n<p>Die Androhung und die Festsetzung des Zwangsgeldes sind jeweils eigenst\u00e4ndige Verwaltungsakte. Diese sind mit dem Einspruch und nachfolgend mit einer Anfechtungsklage anfechtbar. Vorl\u00e4ufiger Rechtschutz wird durch einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung gew\u00e4hrt.<\/p>\n<h2>Praxistipp<\/h2>\n<p>Das Zwangsgeld muss final erst mit der Vollstreckung gezahlt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Erf\u00fcllung der Verpflichtung (z. B. mit einer gesch\u00e4tzten Abgabe der Steuererkl\u00e4rung) m\u00f6glich und f\u00fchrt dazu, dass das Zwangsmittelverfahren ohne Folgen beendet wird.<\/p>\n<p class=&quot;hide_creation_date&quot;>Stand: 28. Dezember 2022<\/p>\n<div class=&quot;hide_image_author&quot;>\n<p>Bild: vegefox.com  &#8211; stock.adobe.com<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Zwangsgeld als Beraterin und Berater richtig umgehen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11139,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[73],"tags":[],"class_list":["post-9211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-steuernews"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9211"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11140,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9211\/revisions\/11140"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kanzlei-fahn.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}